Die Veranstalter des “Young Director Award” werben mit diesem Filmchen für ihre Preisverleihung. Hauptdarstellerin ist ein Kind, das offenbar zu viel Fernsehen guckt.
Das Hitzefiasko der Deutschen Bahn wird nun auch zum Werbethema. Der Autovermieter Sixt, zusammen mit seiner Lead-Agentur Jung von Matt bekannt für kreative Schnellschüsse, hat mal wieder zügig auf das PR-Debakel rund um die ausgefallenen Kimaanlagen in ICE-Zügen reagiert und nimmt die Deutsche Bahn wegen des Hitze-Fiaskos gehörig aufs Korn.
In dem Werbemotiv, das seit heute auf der Homepage des Münchner Autovermieters zu sehen ist, wirbt Sixt für Mietwagen mit Klimaanlage. „Bewahren Sie einen kühlen Kopf! Bei Sixt buchen statt über die Bahn fluchen“, lautet der Text auf der Anzeige, auf der ein jubelnder Business-Reisende zu sehen ist.
Ob das Motiv auch in klassischen Medien eingesetzt wird – unklar. Den Humor dürfte diesmal aber manch einer grenzwertig finden. Immerhin führte der Klimaanlagen-Kollaps der Bahn bei zahlreichen Fahrgästen auch zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen. ork
Wer sich per Suchmaschine über die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko informieren will, bekommt derzeit häufig als Top-Ergebnis den Link zu einer BP-Angebot. Das ist kein Zufall, sondern Imagepflege: Der Ölkonzern hat bei Google, Bing und Yahoo bestimmte Suchbegriffe gekauft.
Der Ölkonzern BP hat bei Google, Bing und Yahoo Suchbegriffe wie “Ölkatastrophe” gekauft. Wer bei einer dieser Suchmaschinen beispielsweise “oil spill” eingibt (engl. für Ölkatastrophe), bekommt an oberster Stelle der Ergebnisliste einen Link zur Konzernhomepage, auf der BP seine Sicht der Dinge darstellt.
Ein Sprecher des Unternehmens hat diese Aktion gegenüber dem US-Fernsehsender ABC News bestätigt. Experten schätzen, dass der Ölkonzern täglich 10.000 Dollar an die Suchmaschinen zahlen muss.
Generell ist die Reservierung von Suchbegriffen bei Google & Co. kein ungewöhnlicher Vorgang. Beim Marktführer Google nennen sich diese Begriffe “Adwords”. Unternehmen nutzen die Suchmaschinen, um so auf Produkte und Aktionen hinzuweisen. Kunden können so bei bestimmten Suchbegriffen Anzeigen im Umfeld der Suchergebnisse schalten. Ungewöhnlich ist in diesem Fall nur, dass diese Aktion dazu dienen soll, BP in einem besseren Licht darzustellen.
Kritiker bemängeln, dass der Konzern mit den “Adwords” die reguläre Berichterstattung über die Ölkatastrophe unterdrücken, oder zumindest behindern will. Damit wiederholt BP seine Praxis an der Golf-Küste. Dort wurde wiederholt die Presse von BP-Mitarbeitern an einer Berichterstattung über das austretende Öl gehindert.
via stern.de
Google bleibt wegen der Datensammlungen durch seine Kameraautos für den Dienst Street View international in der Kritik. Nun lässt auch Australiens Regierung die Methoden des Konzerns untersuchen.
Canberra – Nach dem Skandal in Deutschland hat der Suchmaschinenkonzern Google auch in Australien Ärger wegen Datenschutzverletzungen durch seinen Straßenfotodienst Street View. Die australische Regierung ordnete eine polizeiliche Untersuchung gegen Google wegen mutmaßlicher Verletzung der Privatsphäre von Internetnutzern an, wie Generalstaatsanwalt Robert McClelland am Sonntag mitteilte. Dies sei eine Reaktion auf zahlreiche Beschwerden.
Kommunikationsminister Stephen Conroy hatte Google vergangenen Monat vorgeworfen, den “größten einzelnen Verstoß in der Geschichte der Privatsphäre” begangen zu haben, indem es während der Aufnahme von Fotos für Street View Daten von Nutzern drahtloser Computernetzwerke gesammelt habe. Google erklärte, die Daten versehentlich gesammelt zu haben. Das Unternehmen stehe nun für alle diesbezüglichen Fragen der Behörden zur Verfügung, erklärte eine Sprecherin.
Auch in Deutschland hatte Google im Zuge der Fotoaufnahmen für Street View Daten von Drahtlosnetzwerken gesammelt, auch hier sprach das Unternehmen von einem Versehen. Zunächst hatte Google angegeben, für Street View lediglich den Namen und die Adresse von Drahtlosnetzwerken zu speichern. Der Google-Manager Alan Eustace räumte allerdings Mitte Mai in einem Blog-Eintrag ein, dass die Kameraautos, die in mehr als 30 Ländern Fotos von Straßenzügen und Häusern machten, aus ungesicherten Netzwerken auch private Daten der Internetnutzer sammelten. Google sprach sein Bedauern aus und kündigte an, ab sofort keine W-Lan-Daten mehr zu erfassen und bereits gespeicherte Daten zu löschen.
Die Datenschützer in Deutschland, Frankreich und Spanien sollen in Kürze die aufgefangenen Informationen über unverschlüsselte Heimfunknetze von Internetnutzern bekommen, teilte Google mit. Diese Forderung hatten die Datenschützer selbst erhoben. Bei Street-View werden große Teile des Straßennetzes als virtuell durchwanderbarer Fotoraum angezeigt. Der Dienst ist in vielen Ländern verfügbar, in Deutschland jedoch noch nicht.
cis/AFP/Reuters
Facebook macht es künftig Nutzern einfacher, ihre Einstellungen zur Privatsphäre zu kontrollieren. Die neue Einstellungsseite soll nach und nach allen 400 Mio Nutzern des sozialen Netzwerks zur Verfügung stehen. CEO Mark Zuckerberg stellte die überarbeitete Version am 26. Mai 2010 der Öffentlichkeit vor. Damit reagiert Facebook auf die anhaltende Kritik am Umgang des Unternehmens mit privaten Daten seiner Nutzer.
Statt vieler kleinteiliger Einstellungen, die man bisher vornehmen konnte, bietet die neue Seite nur wenige Optionen, mit denen man festlegen kann, ob man seine Inhalte mit Allen, Freunden von Freunden oder nur mit Freunden teilen will. Einmal vorgenommen gelten diese Einstellungen auch für neue Facebook-Funktionen, die künftig eingeführt werden. Sollten einem die neuen, vereinfachten Funktionen zu allgemein sein, kann man nach wie vor die kleinteiligen Optionen nutzen.
Zudem sollen Nutzer Programme und Spiele (Farmville, Mafiawars etc.) mit wenigen Klicks deaktivieren können. Die “Instant Personalization” genannte Funktion, die eigene Daten und Daten von Freunden an teilnehmende Seiten weitergibt, lässt sich mit einem Klick deaktivieren. Auch Freunde können dann die Daten nicht mehr weitergeben.
Beim Teilen der Vorlieben und Freunde gibt es ebenfalls Neuerungen: War man bisher Fan einer Seite oder mit jemandem befreundet, so war dies für alle sichtbar. Nun erlaubt Facebook dem Nutzer, festzulegen, wer Seiten und Freunde sieht.
Die Änderungen stellt Zuckerberg in einem Video persönlich vor.
von Christian Lohmüller
Firmengründer Page und Google-Boss Schmidt (l.) sagen: “Das nennen Sie eine Krise?”© Google
Wir haben Scheiße gebaut”, sagt ein hochrangiger Google-Mitarbeiter im Vertrauen. Die Nachricht, dass Kamera-Autos von Google mit Hilfe einer speziellen Software auch den privaten Internetverkehr aus unverschlüsselten Wlan-Computerfunknetzen teilweise aufgezeichnet haben, hat den Internet-Giganten weltweit Vertrauen gekostet. Zusätzlich zu dem Ärger, den die schwarzen Kamera-Autos derzeit in Teilen der Bevölkerung erzeugen, weil sie durch Deutschland fahren und für den geplanten Google-Internetdienst Street View alle Straßen und Häuser fotografieren. Besonders in Deutschland reagierten Datenschützer und Politiker heftig.
Auf der Konferenz “Google Zeitgeist” am Rande Londons sprach stern-Redakteur Dirk Liedtke mit Google-Chef Eric Schmidt und Firmengründer Larry Page über die jüngsten Ereignisse.
Mr. Schmidt, Sie stecken ja ganz schön in der Krise.
Eric Schmidt: Krise? Das nennen Sie eine Krise? Wir verstehen, dass dies eine sehr ernste Angelegenheit ist. Wir sorgen uns natürlich um den Ruf von Google. Entscheidend ist aber ein möglicherweise entstandener Schaden.
Wie konnte diese Schlamperei passieren?
Schmidt: In der Software der Street-View-Wagen versteckte sich ein Softwareschnipsel, der den Datenverkehr von nicht passwort-geschützten Wlan-Netzen im Vorbeifahren teilweise aufzeichnete. Diese Praxis verstößt gegen unsere Firmenpolitik. Daher haben wir die Fahrten und die Datenerfassung gestoppt. Wir haben die erfassten Daten gesichert. Anscheinend wurden sie Google-intern nicht angefasst. Es ist zudem äußerst unwahrscheinlich, dass aus den Datenschnipseln etwas Aussagekräftiges herausgelesen werden kann. Wir haben diese Sache öffentlich gemacht, weil es besser ist, die Wahrheit zu sagen.
Und das ist erst durch die Nachfrage des Hamburger Datenschützers aufgefallen?
Schmidt: Das stimmt. Ich möchte unsere Ingenieure aber nicht als Sündenböcke benutzen. Sie arbeiten für unsere Firma und wir – das Management – tragen die Verantwortung.
Hinweis Zum Zeitpunkt des Interviews am Dienstag waren zwei Entwicklungen noch nicht bekannt. Zum einen das Ultimatum des Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar gegenüber Google noch nicht bekannt, innerhalb einer Woche Details zu den gespeicherten Daten mitzuteilen. Zum andere die Aufnahme von Ermittlungen gegen Google durch die Hamburger Staatsanwaltschaft.
Sind die Verantwortlichen gefeuert worden?
Schmidt: Darüber können wir aus juristischen Gründen keine Auskunft geben. Lassen Sie mich nur soviel sagen: Wir widmen der Angelegenheit intern ein hohes Maß an Aufmerksamkeit.
Was passiert jetzt mit den Daten?
Larry Page: Wir werden die Daten so schnell löschen wie …
Schmidt (fällt Page freundlich, aber bestimmt ins Wort): Wir werden die Daten nicht löschen, außer wir werden dazu aufgefordert. Dies ist in jedem betroffenen Land eine Entscheidung der Aufsichtsbehörden.Müssen Sie damit rechnen, wegen der unerlaubten Datenaufzeichnung in Deutschland angeklagt zu werden?
Schmidt: Ich hoffe nicht – kein Schaden, kein Foul. Wem wurde Schaden zugefügt? Nennen Sie mir diese Person!
In Deutschland ist der Google-Marktanteil mit über 90 Prozent sehr hoch, gleichzeitig sind die Datenschutzbedenken besonders ausgeprägt. Wie reagieren Sie darauf?
Page: Mitarbeiter des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik warnten aufgrund eines Missverständnisses vor der Nutzung unseres Browser-Programms Chrome. Damals ist unser Team nach Deutschland gereist und hat mit der Behörde gesprochen. Das hat sich positiv ausgewirkt. Wir haben vor, den Dialog zu verstärken.
Ist der Datenschutz im Zeitalter von einer halben Milliarde Facebook-Nutzern nicht vom Aussterben bedroht?
Schmidt: Die Gesellschaft als Ganzes hat noch nicht entschieden, was in Sachen digitaler Privatsphäre angemessen ist und was nicht. Jede einzelne Gesellschaft und Regierung wird letztendlich für ihr Land ihre eigene Definition treffen.
Warum engagiert sich Google nicht stärker in dieser Debatte?
Schmidt: Weil wir dann dafür kritisiert würden, dass wir die Diskussion lenken wollen. Es geht darum, was die Leute wollen und nicht, was Google will. Bei Street View haben wir die Erfahrung gemacht, sobald die Menschen den Nutzen des Dienstes erkannt haben, lieben sie ihn. Das können wir an den Nutzerzahlen ablesen.
Posted via web from Manuela Hirsch @ Posterous